Ach, ich hab's gestern nicht geschafft. Dachte ich doch, ich könnte nachmittags gemütlich am Schreibtisch dösen und hier schreiben, aber nix da. Voll durcharbeiten musste ich

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Wie versprochen geht es also weiter mit mit den anderen Katzen. Die Geschichten werden wohl nicht ganz so lang, glaub ich

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Charlie ist der Tiger rechts oben. Charlie kam auf ungewöhnliche Weise zu uns und ist ein Beispiel dafür, wie impulsiv wir in unseren Entscheidungen manchmal sind.
Langeweile trieb mich in ein Forum, in dem ich vor ewiger Zeit meine "Internetkarriere" startete und eigentlich überhaupt nicht mehr schrieb und las. In jedem Fall schaute ich mal wieder dort rein und musste lesen, dass eine Katzenhalterin aus dem Forum verstorben war und ihre Katzen ins Tierhheim sollten.
Durch einige Giftspritzen dort waren die Angehörigen schon so satt, dass sie den Gedanken, die Katzen über das Forum weiterzuvermitteln schnell wieder fallen gelassen haben.
Mich hat das damals sehr schockiert. Die Verstorbene war eine sehr liebe und geduldige Katzenhalterin, die sich ihr Leben lang Katzen gewünscht hatte und sich diesen Wunsch erst sehr spät erfüllt hat. Eine junge Katze und ein junger Kater fanden bei ihr ein schönes Zuhause.
Allamiert war ich, weil sie zu Lebzeiten geschrieben hatte, wie groß ihre Sorge sei, ihr würde etwas passieren und ihre Katzen würden in einem Tierheim landen. Um das Katzenmädel machte sie sich keine große Gedanken, aber um den Kater, weil er ein Stresspinkler ist. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie die weitere Lebenszeit dieses Katers aussah. Mit dem Thema Stresspinkeln hatte ich mich in der Vergangenheit viel auseinandergesetzt, weil unsere Cindy damals auch darunter litt.
Wir sprachen zu Hause darüber, wie fürchterlich das Ganze doch ist, weil jetzt genau das eintrat, worüber sich die Verstobene am meisten Gedanken gemacht hatte. Meinen Freund berührte diese traurige Geschichte genauso wie mich und schon war die Entscheidung gefällt.
Der Versuch über das Forum die Katzen zu uns zu holen, scheiterte kläglich. Sie kommen ins Tierhheim und basta. Na, ja. So schnell gibt man nicht auf, nech?
So groß ist der Herkunftsort nicht und so hab ich halt versucht, Kontakt zum dortigen Tierhheim aufzunehmen. Ich hatte Glück. Sofort wurde zurückgeschrieben und man bat mich, schnell anzurufen. Es war ein sehr interessantes und aufschlussreiches Gespräch. Die Katzen waren noch nicht dort gelandet, weil sie keinen Impfschutz hatten. Sie sollten aber dort hingebracht werden nach ihrem TA-Besuch, den die Angehörigen noch erledigen sollten. Ich erklärte die Situation und bat einfach nur darum, uns zu informieren, wenn Charlie und Moorle dort landen, um die Tiere dann von dort abholen zu können. Vorkontrolle kann jederzeit bei uns stattfinden und bla bla bla. Die Mitarbeiterin des TH war sofort Feuer und Flamme. Klar, zwei Tiere weniger, die vermittelt werden mussten. Sie versprach, mit der Schwester der Verstorbenen zu sprechen, um den Weg über das TH für die Katzen zu vermeiden.
Und es gelang. Einen Tag später klingelte mein Handy und ich hörte eine mir völlig unbekannte Stimme. Es war die Schwester der Verstorbenen. Sie meinte, das Tierhheim hätte ihr meine Nummer gegeben und hätte gemeint, sie hätten sehr liebe Menschen gefunden, die Charlie und Moorle bei sich aufnehmen möchten. Sie hörte sich an, wie wir leben usw und meinte schließlich, es sei wohl im Sinne ihrer verstorbenen Schwester, dass die Katzen zu uns kommen würden.
Mensch, wir waren so froh darüber, dass man sie umstimmen konnte

. Jetzt mussten sie nur noch irgendwie zu uns kommen. Nordkehdingen - Gotha liegen nicht gerade nahe beieinander. Aber was soll's? So sind wir dann eines Sonntagmorgens um 6 Uhr losgedüst und kamen um 22 Uhr wieder mit 2 Katzen im Gepäck zu Hause an.
Charlie hat uns im Auto sehr gut unterhalten. Der arme Kerl hat fast die ganze Zeit gejault. Er war der Liebling der Verstorbenen und wirkte richtig verloren. Bei uns angekommen, wollte er aber erst einmal ausgiebig gestreichelt werden. Recht hatte er. Sein Frauchen war im Juli gestorben und wir hatten Ende September. Über zwei Monate wurden die Tiere zwar versorgt, aber zu mehr reichte die Zeit auch nicht. Da herrschten große Defizite.
Charlie gewann schnell Vertrauen. Er ist ein sehr schöner und schmusiger Tiger. Wahnsinnig lang ist er und gertenschlank dabei. Er kam am ersten Abend direkt mit ins Bett. Berührungsängste kannte er überhaupt nicht

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Was sind Charlies Eigenarten? Er pennt fast den ganzen Tag. Ein sehr häuslicher Kater ist er. In den Wintermonaten ist er überhaupt nicht draußen zu sehen. Ist nicht so sein Ding, wenn es nass und kalt ist. Dann bleibt er lieber behaglich im Haus. Entweder im Bett oder irgendwo in der Küche.
Charlie überfällt einen nachts gerne mal. Da passiert es schon mal, dass man nachts geweckt wird, weil jemand an den Haaren zieht und dabei rumsabbert

. Charlie beim treteln

. Am Liebsten packt er sich aber unter die Bettdecke und wärmt einen den Bauch oder den Rücken. Irgendwann wird es ihm zu warm und dann verzieht er sich als Fußwärmer ans untere Bettende.
Charlie spielt gerne mal den Macker unter den Katzen. Da bläst er sich richtig auf und geht wie ein Rocker. Aber da dieses Verhalten immer weniger wird, denke ich, es war Unsicherheit.
Seit September 2006 ist er bei uns. Ihn mit geöffneten Augen zu fotografieren, ist sehr schwierig. Er liegt oder sitzt eigentlich am Liebsten mit fast geschlossenen Augen herum.
In der Woche bleibt er auch morgens lieber im Bett und steht nicht, wie alle anderen Katzen, mit uns auf. Ist ihm einfach noch zu früh um halb fünf. Da dreht er sich noch mal wieder um und denkt nicht im Traum daran, sich zu bewegen.
Am Wochenende sitzt er immer mit uns am Frühstückstisch. Süß sieht das immer aus, wie er so auf der Küchenbank direkt am Tisch sitzt.
Im Sommer kommt er gerne mal mit raus. Manchmal quakt er über den ganzen Hof, wenn er uns sucht. Vorwurf in der Stimme, weil wir es gewagt haben, uns soweit vom Haus zu entfernen

. Rufen wir ihn dann, dann kommt er angedüst und freut sich, uns Verschollenen endlich wieder zu sehen.
Die Anfangsunsicherheit ist bei ihm jetzt völlig gewichen. Ohne Probleme kann man ihn auf den Arm nehmen. Verspielt ist er überhaupt nicht. Da schmust er lieber ne Runde mehr, als einem Band hinterherzulaufen oder so.
Charlie ist manchmal so ein bisschen der Proll unter unseren Katzen. Macht gerne Stunk und teilt aus, aber einstecken geht gar nicht. Die anderen kennen ihn mittlerweile lange genug und es gibt keinen Alarm mehr, höchstens ein leises Knurren.
Er überfällt auch gerne und macht sich gar keine Gedanken darüber, ob das dem Menschen dann auch gefällt. So passiert es, dass man irgendwo sitzt und auf einmal fällt einem eine Bombe in den Schoß. Das ist dann Charlie. Er kommt nicht vorsichtig an und krabbelt hoch, sondern springt dreist von hinten oder von der Seite einfach PENG auf die Beine.
Edit:
