Vorstellung unserer Katzen

LaraGruft
So, die schöpferische Pause nach der Vorstellung der Pferde und Esel war lange genug biglaugh . Es wird Zeit für eine Fortsetzung. Dazu hab ich mir unsere Katzen ausgewählt.

Wieder fange ich mit den Bildern an und werde dann nach und nach jede Katze mit Text vorstellen, weil ich befürchte, mich wieder nicht kurz fassen zu können. Ich gebe mir aber Mühe, die Geschichtchen zu den Tieren bis morgen abend fertig zu haben smile1 .
LaraGruft
*Räusper ..... geht los jetzt:

Auf dem 1. Bild links oben seht ihr unsere Chiara. Sie kam im Juni 2001 zu uns im zarten Alter von 3 Monaten und war ein wahnsinniger Wildfang. Ihre Mutter eine Hausekatze, ihr Vater ein norw. Waldkater. Beim TA hing ein Zettel, als ich den las, kam mir auf einmal der Gedanke, ich müsste unbedingt ein kleines Katzenpersönchen aufnehmen. Alle meine Pflanzen hat sie geschrottet, sie liebte es wie ein Hund Gegenstände zu apportieren. Am Liebsten zu Knäueln gedrehtes Schokoladenpapier und da das lilafarbene biglaugh .

Chiara kam zu uns, damit unsere damalige Katze Cindy, die wir ein paar Monate vor uns aus dem Tierheim hatten, nicht als Einzelkatze leben muss. Wir hatten aber Pech. Die zwei Mädels fanden sich doof. Über mehrere Monate haben wir alles mögliche versucht, damit die Vergesellschaftung doch noch klappt, aber eine Veränderung trat erst ein, als wir in eine andere Wohnung umgezogen sind. Da tolerierte man sich wenigstens gegenseitig.

Chiara fegte immer wie ein Pflitzebogen durch die Wohnung. Dabei passierten dann auch immer so komische Sachen, wie im falschen Moment in die Badewanne springen. Tja, die Wanne war nicht immer leer und ich hab zum ersten Mal in meinem Leben gesehen, wie eine klatschnasse Katze aussieht biglaugh . Sie rutschte auch gerne mit Anlauf über den Boden im Wohnzimmer. Meistens wurde sie dann von einem Schrank oder von der Wand gestoppt. Fand sie toll.

Chiara wurde größer und mit der Zeit auch ruhiger. Sie entwickelte sich immer mehr zur Schmusekatze.

Im Jahre 2006 war dann ihr Dasein als Wohnungskatze beendet. Wir zogen raus aufs Land und Chiara erkämpfte sich ihre Freiheit. Uns schwebte eigentlich gesicherter Auslauf vor, aber sie sah das völlig anders. Schweren Herzens gaben wir ihrem Freiheitsdrang nach, birgt Freigang doch auch Gefahren.

Wir haben diesen Entschluss aber nie bereut, denn sie gewann eine Ausgeglichenheit, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Heute ist Chiara DIE Katze schlechthin. Sie ist meine Zuckerschnute love1 . Völlig fixiert auf mich. Ei, was bin ich stolz darauf smile1 . Egal, wie das Wetter ist, wenn wir auf dem Hof unterwegs sind, begleitet sie uns immer. Ist der Weg zu matschig, kommt sie auf meine Schulter und ich muss wie Hexe Rumpelpumpel laufen, damit Madame auf der Schulter nicht das Gleichgewicht verliert. Was macht man nicht alles love1 .

Chiara ist immer dabei. Gehen wir rein, geht sie mit. Gehen wir raus, geht sie mit. Gehen wir zu den Nachbarn, geht sie mit. Sie hilft ausmisten bei den Jungs, Pfosten setzen auf der Weide, Mülltonne zur Straße bringen usw. Sie würde auch jeden Morgen mit uns mitfahren, wenn sie könnte. Öfter schon mussten wir sie aus dem Auto wieder rauspicken. Sie packt sich, wenn sie die Möglichkeit hat, auf die Rückbank und legt sich dort hin. Fährt man los, setzt sie sich hin und guckt gemütlich aus dem Fenster. Sie begleitet uns auch gerne auf Spaziergänge.

Diese Katze ist etwas ganz, ganz Besonderes. Leider hatte sie vor zwei Jahren zum ersten Mal Muskelkrämpfe. Untersucht wurden diese damals nicht weiter. Die TÄ meinten, man müssen das erstmal beobachten, denn dafür können ganz unterschiedliche Ursachen vorliegen. Lange Zeit war Ruhe. Leider traten die Krämpfe in diesem Herbst wieder auf und jetzt wird ganz langsam die Ursachenforschung beginnen müssen.

Edit: Chiara ist eine sozial engagierte Katze. Sie hasst Ungerechtigkeit und Streitereien zwischen ihren Artgenossen und wirft sich glatt dazwischen, wenn zwei sich streiten. Sie patscht dann nach links und rechts, verteilt also regelrecht Ohrfeigen und die anderen Katzen gehen auseinander. Ihr besonders Augenmerk ist auf Pauli gerichtet. Ihn meint sie immer beschütrzen zu müssen. Er ist ja auch der Kleinste und Jüngste.




Gleich geht es weiter mit unserem Paulchen .....
LaraGruft
Bild oben Mitte - Paulchen ....

Paul oder Paulchen oder Pauli ist unser Scheckenkater. Pech hat er, weil er kene Tarnfarbe hat und seine Scheinangriffe so meist früh auffliegen biglaugh .

Wie kamen wir zu Pauli .....

Wir hatten damals ja unsere Schönheit Cindy mit mieser Vergangenheit und unseren Wildfang Chiara. Damit Chiara einen Spiel- und Weggefährten hat, denn Cindy hatte kein Interesse an engen Kontakten zu ihr, reifte bei uns der Gedanke, eine weitere Katze aufzunehmen.

Im Juli 2003 stolperten wir über einen Anzeige in einem Forum, wo ein junger ausgesetzter Kater dringend ein neues Heim suchte. Ein Blick auf das Bild und ich dachte, mein allererster Kater, den ich im Jahr 2000 leider gehen lassen musste, sei wieder auferstanden. Sofort nahm ich den Kontakt auf.

Paulis Schicksal war sehr traurig, aber er hatte letztendlich Glück. Er wurde in einer Obstkiste aus einem fahrenden Auto geworfen. Zum Glück wurde das beobachtet und so konnte er gerettet werden. Man brachte ihn zu einem Hof, weil man wusste, dass dort eine Frau lebte, die keinem Tier je Hilfe versagen würde.

Sie schaffte es, den kleinen Kater durchzubringen. Er war etwa 4 Wochen alt und gesund. Als er 6 Wochen alt war, hörten wir von ihm und fuhren einfach mal hin. Das war die Erlebnistour schlechthin, weil wir dachten, wir fahren zu einem kleinen Bauernhof und standen letztendlich vor einem feudalen Gutshof mit unseren ollen Jeans und altem 2erGolf biglaugh .

Nun gut. Wir lernten Paulchen kennen. Ich konnte mich davon überzeugen, dass er meinem verstorbenen Kater nur äusserlich ähnlich war. Eine kleines Kätzchen, lieb und verspielt, aber etwas mickrig noch.

Wir nahmen ihn gerne bei uns auf und er verstand sich auf Anhieb mit Chiara. Pauli liebte unseren Balkon und hockte auch im Winter gerne darauf und starrte die Nachbarn an. Er bekam den Beinamen "Hausmeister Krause".

Pauli war anfangs gar nicht richtig schmusig. Er schmuste nur gerne in der Küche auf der Arbeitsplatte. Und da auch nur, wenn eine Topfpflanze direkt vor ihm stand, an der er sein Köpfchen reiben konnte. Das war völlig durchgeknallt biglaugh . Aber nun gut. Es war seine Eigenart.

Nachdem er den Kätzchenpfoten entwachsen war, mussten wir nicht mehr mit Decke bis zum Kinn und Händen und Füssen bei 30° unter der Decke schlafen, weil Paul keine Scheinangriffe mehr auf unsere schlafenden Körper startete.

Pauli ist von Anfang an völlig auf meinen Freund fixiert gewesen und das hat sich bis heute auch nicht geändert. Ich kann Paul rufen und nix passiert. Mein Freund braucht nur einmal kurz pfeifen und zack steht der Paul vor ihm. Echt süß love1

Auch für Pauli änderte sich das Leben völlig, als er von der Wohnungskatze zum Hofkater befördert wurde. Wilde Wettrennen fanden statt mit Chiara. Sie purzelten draußen über die Weide, kraxelten Bäume hoch usw usw. Leider wurde er auch öfter in Kämpfe verwickelt mit den Streunern in der Umgebung. Mehrfach musste er behandelt werden. Auch auf dem Bild oben trägt er gerade seine Verletzungen mit Würde. Er hatte ein paar Klammern in seinem Brustbereich und war in der Zeit nur noch "der Gepiercte".

Paulchen ist nicht ständig dabei. Er sieht sich hier als Vorarbeiter. Kontrolliert und nimmt unsere Arbeit ab: Sind die Wasserschüsseln von Pferden uns Esel gesäubert und frisch gefüllt? Wurden Ställe und Weide ordentlich abgeäppelt? Wer hat denn den Misthaufen geschichtet? Geht ja gar nicht. Könnte mal einer die Tenne ausfegen? Usw usw.

Pauli betreibt auch gerne mal Hofspionage. Rennt zum Nachbarn und guckt und hört sich an, was da so läuft.

Pauli ist jetzt 5 Jahre alt und im letzten Lebensjahr fing er an mehr Streicheleinheiten einzufordern und mehr menschliche Nähe zu suchen. Jetzt liegt er ständig auf dem Schoß rum. Daran war jahrelang überhaupt nicht zu denken. Wir genießen es love1 .

Paul ist aber auch der verwöhnteste aller unserer Katzen. Mein Freund ist da weniger streng als ich und Pauli bekam immer schon mal etwas extra zugesteckt. Mal Lachs, mal Karotten, mal so, je nachdem was gerade bei meinem Freund auf dem Teller war. Na, die Quittung bekommt er jetzt. Paul fordert nämlich mit ausgestreckter Kralle Richtung Teller seinen Anteil von seinem Menschenkumpel. Jetzt amüsiere ich mich und mein Freund ist leicht überfordert beim Essen. Jahrelang hab ich gepredigt, warum er das besser nicht machen sollte und bla bla bla. Wer zuletzt lacht ..... biglaugh

Edit:

Morgen geht es dann weiter mit Charlie ....
MoniBonny
mein Gott , da hast dich ja ins Zeug gelegt..ich hab gestern schon
einen Blick hier reingeworfen, aber erst jetzt Zeit zum lesen gehabt engel

ich glaub hier gehts ganz vielen so zwinker

Katzen fressen Karotten ? Jetzt echt ?

ansonsten hübsche Tiger haste da und jeder seine Geschichte smile1

also ,los los.. weitergehts

popcorn
schroedi
Oh fein applaus
Ich finde das toll. Nicht das weitermachen vergessen, gelle? brille

LG Gaby
Heike Schirmer
Weiter, bitte applaus
Krümelchen
Tolle Smatpfoten hast du!
Freu mich schon auf die Geschichten deiner anderen Katzen.
Grüße Pepe mit dem Krümelchen
LaraGruft
Ach, ich hab's gestern nicht geschafft. Dachte ich doch, ich könnte nachmittags gemütlich am Schreibtisch dösen und hier schreiben, aber nix da. Voll durcharbeiten musste ich vogel .

Wie versprochen geht es also weiter mit mit den anderen Katzen. Die Geschichten werden wohl nicht ganz so lang, glaub ich biglaugh .

Charlie ist der Tiger rechts oben. Charlie kam auf ungewöhnliche Weise zu uns und ist ein Beispiel dafür, wie impulsiv wir in unseren Entscheidungen manchmal sind.

Langeweile trieb mich in ein Forum, in dem ich vor ewiger Zeit meine "Internetkarriere" startete und eigentlich überhaupt nicht mehr schrieb und las. In jedem Fall schaute ich mal wieder dort rein und musste lesen, dass eine Katzenhalterin aus dem Forum verstorben war und ihre Katzen ins Tierhheim sollten.

Durch einige Giftspritzen dort waren die Angehörigen schon so satt, dass sie den Gedanken, die Katzen über das Forum weiterzuvermitteln schnell wieder fallen gelassen haben.

Mich hat das damals sehr schockiert. Die Verstorbene war eine sehr liebe und geduldige Katzenhalterin, die sich ihr Leben lang Katzen gewünscht hatte und sich diesen Wunsch erst sehr spät erfüllt hat. Eine junge Katze und ein junger Kater fanden bei ihr ein schönes Zuhause.

Allamiert war ich, weil sie zu Lebzeiten geschrieben hatte, wie groß ihre Sorge sei, ihr würde etwas passieren und ihre Katzen würden in einem Tierheim landen. Um das Katzenmädel machte sie sich keine große Gedanken, aber um den Kater, weil er ein Stresspinkler ist. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie die weitere Lebenszeit dieses Katers aussah. Mit dem Thema Stresspinkeln hatte ich mich in der Vergangenheit viel auseinandergesetzt, weil unsere Cindy damals auch darunter litt.

Wir sprachen zu Hause darüber, wie fürchterlich das Ganze doch ist, weil jetzt genau das eintrat, worüber sich die Verstobene am meisten Gedanken gemacht hatte. Meinen Freund berührte diese traurige Geschichte genauso wie mich und schon war die Entscheidung gefällt.

Der Versuch über das Forum die Katzen zu uns zu holen, scheiterte kläglich. Sie kommen ins Tierhheim und basta. Na, ja. So schnell gibt man nicht auf, nech?

So groß ist der Herkunftsort nicht und so hab ich halt versucht, Kontakt zum dortigen Tierhheim aufzunehmen. Ich hatte Glück. Sofort wurde zurückgeschrieben und man bat mich, schnell anzurufen. Es war ein sehr interessantes und aufschlussreiches Gespräch. Die Katzen waren noch nicht dort gelandet, weil sie keinen Impfschutz hatten. Sie sollten aber dort hingebracht werden nach ihrem TA-Besuch, den die Angehörigen noch erledigen sollten. Ich erklärte die Situation und bat einfach nur darum, uns zu informieren, wenn Charlie und Moorle dort landen, um die Tiere dann von dort abholen zu können. Vorkontrolle kann jederzeit bei uns stattfinden und bla bla bla. Die Mitarbeiterin des TH war sofort Feuer und Flamme. Klar, zwei Tiere weniger, die vermittelt werden mussten. Sie versprach, mit der Schwester der Verstorbenen zu sprechen, um den Weg über das TH für die Katzen zu vermeiden.

Und es gelang. Einen Tag später klingelte mein Handy und ich hörte eine mir völlig unbekannte Stimme. Es war die Schwester der Verstorbenen. Sie meinte, das Tierhheim hätte ihr meine Nummer gegeben und hätte gemeint, sie hätten sehr liebe Menschen gefunden, die Charlie und Moorle bei sich aufnehmen möchten. Sie hörte sich an, wie wir leben usw und meinte schließlich, es sei wohl im Sinne ihrer verstorbenen Schwester, dass die Katzen zu uns kommen würden.

Mensch, wir waren so froh darüber, dass man sie umstimmen konnte lalala . Jetzt mussten sie nur noch irgendwie zu uns kommen. Nordkehdingen - Gotha liegen nicht gerade nahe beieinander. Aber was soll's? So sind wir dann eines Sonntagmorgens um 6 Uhr losgedüst und kamen um 22 Uhr wieder mit 2 Katzen im Gepäck zu Hause an.

Charlie hat uns im Auto sehr gut unterhalten. Der arme Kerl hat fast die ganze Zeit gejault. Er war der Liebling der Verstorbenen und wirkte richtig verloren. Bei uns angekommen, wollte er aber erst einmal ausgiebig gestreichelt werden. Recht hatte er. Sein Frauchen war im Juli gestorben und wir hatten Ende September. Über zwei Monate wurden die Tiere zwar versorgt, aber zu mehr reichte die Zeit auch nicht. Da herrschten große Defizite.

Charlie gewann schnell Vertrauen. Er ist ein sehr schöner und schmusiger Tiger. Wahnsinnig lang ist er und gertenschlank dabei. Er kam am ersten Abend direkt mit ins Bett. Berührungsängste kannte er überhaupt nicht biglaugh .

Was sind Charlies Eigenarten? Er pennt fast den ganzen Tag. Ein sehr häuslicher Kater ist er. In den Wintermonaten ist er überhaupt nicht draußen zu sehen. Ist nicht so sein Ding, wenn es nass und kalt ist. Dann bleibt er lieber behaglich im Haus. Entweder im Bett oder irgendwo in der Küche.

Charlie überfällt einen nachts gerne mal. Da passiert es schon mal, dass man nachts geweckt wird, weil jemand an den Haaren zieht und dabei rumsabbert biglaugh . Charlie beim treteln dance . Am Liebsten packt er sich aber unter die Bettdecke und wärmt einen den Bauch oder den Rücken. Irgendwann wird es ihm zu warm und dann verzieht er sich als Fußwärmer ans untere Bettende.

Charlie spielt gerne mal den Macker unter den Katzen. Da bläst er sich richtig auf und geht wie ein Rocker. Aber da dieses Verhalten immer weniger wird, denke ich, es war Unsicherheit.

Seit September 2006 ist er bei uns. Ihn mit geöffneten Augen zu fotografieren, ist sehr schwierig. Er liegt oder sitzt eigentlich am Liebsten mit fast geschlossenen Augen herum.

In der Woche bleibt er auch morgens lieber im Bett und steht nicht, wie alle anderen Katzen, mit uns auf. Ist ihm einfach noch zu früh um halb fünf. Da dreht er sich noch mal wieder um und denkt nicht im Traum daran, sich zu bewegen.

Am Wochenende sitzt er immer mit uns am Frühstückstisch. Süß sieht das immer aus, wie er so auf der Küchenbank direkt am Tisch sitzt.

Im Sommer kommt er gerne mal mit raus. Manchmal quakt er über den ganzen Hof, wenn er uns sucht. Vorwurf in der Stimme, weil wir es gewagt haben, uns soweit vom Haus zu entfernen biglaugh . Rufen wir ihn dann, dann kommt er angedüst und freut sich, uns Verschollenen endlich wieder zu sehen.

Die Anfangsunsicherheit ist bei ihm jetzt völlig gewichen. Ohne Probleme kann man ihn auf den Arm nehmen. Verspielt ist er überhaupt nicht. Da schmust er lieber ne Runde mehr, als einem Band hinterherzulaufen oder so.

Charlie ist manchmal so ein bisschen der Proll unter unseren Katzen. Macht gerne Stunk und teilt aus, aber einstecken geht gar nicht. Die anderen kennen ihn mittlerweile lange genug und es gibt keinen Alarm mehr, höchstens ein leises Knurren.

Er überfällt auch gerne und macht sich gar keine Gedanken darüber, ob das dem Menschen dann auch gefällt. So passiert es, dass man irgendwo sitzt und auf einmal fällt einem eine Bombe in den Schoß. Das ist dann Charlie. Er kommt nicht vorsichtig an und krabbelt hoch, sondern springt dreist von hinten oder von der Seite einfach PENG auf die Beine.

Edit:



LaraGruft
Dann geht jetzt weiter mit unserer Moorle.

Sie kam mit Charlie zusammen zu uns.

Sie war anfangs sehr schüchtern. Essen wollte sie überhaupt nichts. Am zweiten Tag fanden wir schon, dass sie etwas Nahrung zu sich nehmen sollte, aber sie schnupperte immer nur am Futter und wendete sich dann ab. Es dauerte etwas Überredungszeit und dann fing sie an etwas zu Essen während man sie kraulte biglaugh . Gott sei Dank. Das hätte noch gefehlt, wenn sie die Nahrung komplett verweigert hätte.

Moorle ist eine richtige kleine Katzenlady. Ein Prinzesschen eigentlich.

Sie meckert z.B. gerne rum, wenn die anderen Katzes es wagen, weiterzuessen, wenn Prinzesschen gerade zu speisen geruht. Springt sie zu uns ins Bett und sieht, dass eine andere Katze schon bei uns liegt, wird auch protestiert. Sie will diejenige sein und nicht mit anderen teilen müssen biglaugh . Meist wird ihr Gezeter aber von den anderen Katzen nicht beachtet und dann wird es immer spannend. Oft dreht sie sich dann um und geht woanders hin. Genauso oft aber legt sie sich einfach dazu.

Moorle ist morgens um halb fünf schon unglaublich aktiv. Sie läuft einen gerne quer vor die Füsse, nur um vor einem im Badezimmer zu sein. Ich sag euch, man freut sich nicht immer über eine muntere Katze.

Ihr Lieblingsplatz ist das Spülbecken in der Küche. Dort schmeckt das Wasser nicht nur viel frischer als aus dem Napf. Nein, dort kann man auch duschen. Sie duscht wirklich richtig, lässt sich das Wasser vom Kopf aus über den Körper laufen. Ich hab so etwas vorher noch nicht gesehen. Zum Glück hat sie noch nicht gelernt, wie sie den Wasserhahn betätigen kann, weil wir dann ein Problem hätte. Bis jetzt fordert sie uns nur mit lautem Gemaunze auf, den Wasserhahn für sie anzustellen. Und wehe, Mensch reagiert nicht sofort, wenn Prinzesschen danach verlangt. Dann gibt sie nicht eher Ruhe, bevor man sich erbarmt hat.

Moorle ist sehr verspielt. Sie läuft quer über den Flur und läuft so mit Anlauf eine Wand schräg hoch applaus . Das findet sie sooooo klasse. Das ist echt so Moorchens Akrobatikstunde. Geht sehr schnell und sieht sehr anmutig aus. Moorle spielt eigentlich mit allem, womit man ansatzweise spielen kann. Ein Halm Heu wird minutenlang über den Fußboden getrieben. Man dreht sich, springt hoch, treibt das Teil mit der Pfote durch die Gegend. Sie spielt aber niemals mit den anderen Katzen, sondern möchte das immer nur alleine für sich.

Moorle fühlt sich aussergewöhnlich gut an. Also, man kann nicht genug davon bekommen, sie zu streicheln oder sie auf dem Arm zu haben. Moorle schläft am Liebsten auf dem Kopfkissen dicht an den Kopf gekuschelt. Ist gemütlich, kann ich euch sagen love1 .

Edit:



LaraGruft
Der fünfte in der Runde, der rot-weiße Kater, ist Jackie.

Jackie ist ein Streuner. Irgendwann tauchte er hier auf dem Hof auf. Keiner weiß, woher er kam. Auch bei unseren Nachbarn zur rechten und zur linken war er häufig präsent. Scheu war er. Kaum, dass man ihn sah, war er auch schon wieder verschwunden. Er aß gerne das Futter, das wir ihn hinstellten, aber dann war auch schon wieder weg.

Als er hierher kam, war er ganz furchtbar dünn. Das ist so etwa 1 1/2 Jahre her. Er sah immer so aus, als hätte er den Anzug seinen großen Bruders an. Wie konnten wir ihm nun helfen? Er tat uns leid, aber ein Rankommen war nicht möglich. Einmal war er krank. Schnupfen, ziemlich heftig. Er schlief bei uns im Eselstall. Wir versuchten, ihn einzufangen, aber das vorher so kranke und schwache Tier entwickelte unglaubliche Kräfte. Wir hatten's vermasselt. Das kranke Tier rannte davon und wurde lange nicht gesehen. Da fühlten wir uns megaschuldig, aber es war nicht zu ändern. Wir wissen nicht, ob er in der Zwischenzeit zum Essen kam. Die Näpfe waren zwar immer leer, aber schließlich gibt es hier sehr viele Streuner. In jedem Fall bekamen wir ihn wochenlang nicht zu Gesicht.

Der Sommer wurde schlechter, es fing an zu regnen und wer lag auf einmal wieder bei uns im Eselstall? Jackie lalala .

Er hatte seine Krankheit überwunden und ihr könnt euch vorstellen, dass wir ihm fast gebratene Tauben serviert haben. Unsere Strategie veränderten wir ab da völlig. Wir wollen ihn nicht noch einmal vergraulen, sondern sein Vertrauen gewinnen.

Ganz hohes Ziel, aber wir hatten Zeit.

So ist er seit über einem Jahr täglich bei uns auf dem Hof unterwegs und lässt sich bewirten. In seinen Anzug ist er mittlerweile hineingewachsen. Er ist richtig ein bisschen moppelig geworden.

Vor etwa vier Monaten fiel uns auf, dass er immer häufiger in unserer Nähe war. Er blieb auch nach dem Essen einfach bei uns im Flur oder in der Küche sitzen und beobachtete uns einfach nur. Wir unternahmen keine weiteren Versuche, sich ihm zu nähern. Wir redeten mit ihm. Das Wort Jackie steht für ihn in Zusammenhang mit vollem Bauch. Nicht die schlechteste Ausgangssituation.

Wir sprachen ihn in der ganzen Zeit IMMER an. Unterhielten uns mit ihm auf Abstand. Er antwortet mittlerweile. Er maunzt sehr laut. Vielleicht ist er etwas schwerhörig? Irgendwann werden wir es genauer wissen.

Jackie schaute sich genau an, wie unsere Katzen sich uns gegenüber benehmen. So hatte er immer etwas zum nachdenken. Konnte aber am Verhalten unserer Katzen scheinbar auch erkennen, dass wir so schlecht nicht sein können.

In ganz kleinen Schritten geschieht eine Veränderung. Das Beispiel des Fütterns ist dabei sehr anschaulich:

1. Heimliches Anschleichen und hastig essen. Sobald Zweibein in der Nähe, Flucht!

2. Heimliches hastiges Essen. Zweibein kommt in die Nähe? Noch hastiger weiteressen, aber nicht mehr gleich weglaufen.

3. Essen. Wenn Futternapf alle, in Richtung Zweibein gehen und lauthals schreien. Schnell weglaufen, wenn Zweibein kommt und erst zum Napf, wenn Zweibein mindestens 3 Meter weg ist.

4. Wenn Futternapf alle, zum Zweibein gehen und lauthals schreien. Zweibein kommt mit Futter. Da kann man sich daneben setzen. Zweibein macht nix, auch wenn man auf 30 cm rankommt.

5. Schreien nach Futter, egal ob Futternapf alle oder nicht. Zweibein kommt. Man sitzt neben Futternapf und guckt zu, was Zweibein da rummust. Wie riecht Zweibein eigentlich? Kurz mal Finger anschnuppern.

6. Schreien nach Futter, egal ob Futternapf alle ist oder nicht. Finger von Zweibein kommt ans Fell, während man schon isst. HUCH! Kurzes zurückzucken, etwas erstaunt gucken und dann weiteressen.

7. Während man im Flur liegt, nach Zweibein schreien. Zweibein funktioniert wie immer und man begleitet Zweibein mit hochgerecktem Schwanz und fröhlichem Gemaunze zum Futternapf.

8. Prozedur wie 7. Aber man hat ja gesehen, was die anderen Artgenossen so machen und reibt einfach mal auf ganz besondere Weise sein Köpfchen an Zweibeins Hand.

Das war bisher der dollste aller Momente. Er macht das auf eine ganz besondere Art. Er reibt nicht, sondern drückt das Köpfchen gegen die Hand, als ob er uns einen Stempel aufdrückt. Sehr niedlich, wie schüchtern er sich ganz langsam öffnet love1 .

Die Schritte 1 - 8 fanden in einem Zeitraum von etwas über einem Jahr statt.

Wir sind sehr froh darüber, dass wir auch diese Nuss so langsam knacken können. Entwurmt ist er mittlerweile. Wir machen jetzt so weiter und wenn das Vertrauen groß genug ist, kommt der erste Gang zum TA. Das wird noch dauern.

Aber mittlerweile ist er fest bei uns eingezogen. Er schläft nicht mehr im Eselstall oder auf dem Heuboden. Er schläft jetzt hier im Wohnbereich. Mal auf dem Sofa, mal im Gästebett. Kommen wir ins Zimmer rein, zuckt er mittlerweile nicht einmal mehr. Er hat gelernt, dass wir ihn nur begrüßen, uns freuen und unserer Wege gehen.

Vielleicht ist unser Weg falsch. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ihn anfangs mit einer Lebendfalle einzufangen und zum TA zu bringen. Mag sein. Aber auch bei Jackie versuchen wir, unserem Weg treu zu bleiben. Die Seele muss zuerst gesunden und dann kann der Körper nachziehen.

Edit:

LaraGruft
So, jetzt bin ich fertig.

Wenn ich jetzt schöne Bilder finde, würde ich den Beitrag zu der jeweiligen Katze gerne editieren und keine neue Antwort schreiben.

Mir ist aufgefallen, dass ich z. B. bei Chiara wichtige Wesenszüge vergessen habe. Da würde ich auch lieber editieren und die Ergänzung gekennzeichnet als Ergänzung ganz unten einfügen.

Wer dann lesen mag, hat hoffentlich etwas Vergügen dabei. Wem das zu viel und zu langatmig ist, klickt einfach hier weg smoke .
Biggi
also das sind alle so schöne Katzen/Kater. Ich liebe Katzen und hatte früher immer welche. Aber dann sind wir so viel fortgefahren und es ging nicht mehr.

Ich finde es super wie Du die Charaktere der Katzen/Kater beschreibst, ist echt interessant smile1
Cornelia
Hallo Sigrid,

das war sehr interessant zu lesen! Was für verschiedene Charaktere die Katzen doch haben. love1
Was mag der arme Jackie wohl erlebt haben, dass er so scheu ist?
Und Prinz und Prinzessin machen einen ganz schön verzogenen Eindruck! Das kenne ich allerdings von unseren Katzen auch: Die Katze unheimlich launisch, der Kater stur bis zum Gehtnichtmehr.Beide sehr verschmust- aber nur, wenn sie selbst das wollen.
Unser erster Kater war gar nicht verschmust, dafür aber vornehm bis in die Zehenspitzen.
LaraGruft
So, ich hab zu jeder Katze jetzt noch 1-2 Bildchen zugepackt und denke, die Vorstellung der Katzen ist damit komplett smile1 .

Ja, was mag Jackie passiert sein? Er wurde als Bauernhofkatze geboren. Wahrscheinlich hat Mama Katze ihn darauf geprägt, dass die Menschen nicht unbedingt freundlich mit den Katzen umgehen.

Der eine oder andere Bauer mag auch schon nach ihm getreten haben. Vielleicht hat er miterlebt, wie Geschwisterchen getötet worden sind?

Denn da machen wir uns nichts vor. So ok die Landwirte aus der Nachbarschaft auch mit ihren Rindern umgehen, halten sie uns mit unserem vermeintlichen Tierfimmel doch für etwas bekloppt.

Katzen gelten hier überhaupt nichts. Sie sollen die Mäuse und Ratten wegfangen, haben aber ansonsten keine Daseinsberechtigung. Genauso reagieren die Streunerkatzen hier auch. Bekehren können wir die alteingesessenen Landwirte nicht. Wir dürfen auch nicht einfach ihre Katzen einfangen und kastrieren lassen. Damit würden wir uns strafbar machen.

Hilft also nur, eine Katze an uns zu gewöhnen und wenn sie bleibt, gehört sie uns. So geht das hier draußen. Dann können wir entscheiden, wie wir wollen. Also sind uns alle Streuner willkommen. Sie schlafen z.B. in unserer Scheune. So fing es mit Jackie auch an und je mehr sie sich uns anschließen, je mehr Möglichkeiten haben wir.